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Frankreich führt "Alarmknopf" für Mobbing-Opfer ein

Instagram, Facebook und Tiktok bieten in Frankreich einen "Alarmknopf" für Mobbing-Opfer an. Kinder und Jugendliche können sich so direkt mit einer Beratungsstelle verbinden lassen.



"Mobbing ist ein Plage, die vielen Schülern das Leben vermiest", erklärte die französische Premierministerin Elisabeth Borne am Donnerstag beim Besuch einer Schule in Paris. Die Gesellschaft müsse sich intensiver mit dem Thema befassen, forderte Borne. "Es gibt noch immer zu viele Erwachsene, denen das Ausmaß und die Wirkung von Mobbing nicht bewusst sind." Sie traf in der Schule mehrere Kinder, die von ihren persönlichen Mobbing-Erfahrungen berichteten.


Jeder, der den neuen "Sicherheitsknopf" anklickt, wird an eine nationale Hotline weitergeleitet, bei der Psychologen und Juristen die Opfer von Anfeindungen und Diskriminierungen im Internet beraten. Der Beratungsdienst ist täglich von morgens bis in den späten Abend erreichbar.


Auch Kurse für Jugendliche geplant


Die französische Regierung hatte schon zu Beginn des Schuljahres angekündigt, entschlossener gegen Mobbing an Schulen vorzugehen. So soll Schülerinnen und Schülern, die andere schikanieren, künftig der Zugang zu Online-Netzwerken gesperrt werden. Bildungsminister Gabriel Attal will zudem vom kommenden Jahr an sogenannte Empathiekurse nach dänischem Vorbild einführen. In diesen Kursen sollen Kinder und Jugendliche für das Thema Mobbing sensibilisiert werden.


Hier können sich Betroffene beraten lassen


Über Juuuport.de können sich betroffene Jugendliche von anderen Jugendlichen beraten lassen - auch anonym. Die "Nummer gegen Kummer" bietet ebenfalls Hilfe unter 116 111. Auch der Weiße Ring bietet Beratungen via Telefon und E-Mail an.


Auch die "Erste Hilfe"-App von klicksafe kann Jugendlichen helfen, sich gegen Cybermobbing zur Wehr zu setzen. In Videotutorial werden hier Tipps gegeben, wie man reagieren sollte.


Mobbing im Netz ist ein Massenphänomen


In Frankreich ist schätzungsweise ein Zehntel der Schülerinnen und Schüler von Mobbing betroffen. Mehrere Suizide von Jugendlichen, die zuvor über Schikanen im Netz geklagt hatten, lösten eine landesweite Debatte zum Thema aus.


Auch in Deutschland ist Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen ein echtes Problem. Mehr als 1,8 Millionen der Schülerinnen und Schüler (16,7 Prozent) waren bereits betroffen, wie aus einer Studie der Techniker Krankenkasse und des Bündnisses gegen Cybermobbing hervorgeht, die Ende 2022 veröffentlicht wurde.


Kinderhilfswerk: Qualität der Beratung ist zentral


Die Idee sei prinzipiell gut, sagte Martin Fischer vom Deutschem Kinderhilfswerk dem WDR am Freitag. "Die Beratung muss allerdings altersgerecht aufbereitet sein. Und an der Hotline müssen Personen sitzen, die auch ein Verständnis von den Lebenswelten der Kinder haben." Nur mit einem Alarmknopf sei es nicht getan, die Qualität der Beratung müsse auch stimmen.


Adressen in der Schweiz:


Quelle: wdr.de






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